Generationen in der Erbengesellschaft
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Die Rede vom "demographischen Wandel" ist allgegenwärtig: in der Forschung, in der Politik, in öffentlichen Debatten. Eng verknüpft mit den Statistiken und Prognosen sind Verteilungsfragen und somit auch Fragen der Gerechtigkeit und Zukunftsplanung. Mit ihnen kommen wiederum "Erbe" und "Generation" ins Spiel - zugleich biologische und soziale Kategorien, die nicht selbsterklärend sind, sondern äußerst bedeutungsreich und an historische und kulturelle Bedingungen geknüpft. Die Rolle dieser beiden Konzepte im soziokulturellen Wandel zu untersuchen, ist das Ziel des interdisziplinären Forschungsprojekts "Generationen in der Erbengesellschaft". Es wird durchgeführt vom Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (Prof. Dr. Dr. h.c. Sigrid Weigel), vom European University Institute Florenz (Prof. Dr. Martin Kohli) und vom Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich (Prof. Dr. Peter Breitschmid). Gefördert wird es von der VolkswagenStiftung im Programm "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften".

  1. I. Kurzfassung 

  2. II. Thema und Forschungsstand

  3. III. Eigene Vorarbeiten und Anschluss an das Projekt Erbe, Erbschaft, Vererbung

  4. IV. Teilprojekte

    1. "Welt - Kultur - Erbe" (Dr. Stefan Willer)
    Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive wird der Frage nach dem kulturellen Erbe als symbolischer Ordnung nachgegangen: Welche Rolle spielt das Konzept der Intergenerationalität als Argument und Problem in der globalen Kulturpolitik, etwa für die Zuweisung des Prädikats "Weltkulturerbe"?

    2. "Die Generationalisierung der Ökonomie" (Dr. Ohad Parnes)
    Das Teilprojekt befasst sich mit dem Denken in Begriffen von Generationen im Bereich der ökonomischen Analyse, das sich seit dem 2. Weltkrieg nach und nach herausbildet: Basieren tatsächlich die Austauschprozesse jeder Gesellschaft auf einer klaren Abgrenzung zwischen Alten und Jungen?

    3. "Rückkopplungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen auf das Erbrecht" (Prof. Dr. Peter Breitschmid)
    Das rechtswissenschaftliche Projekt beschäftigt sich mit dem Erbrecht, das sich bis heute auf das Familienbild des ausklingenden 19. Jahrhunderts stützt: Wie kann es den veränderten Bedingungen Rechnung tragen, denen heutige Gesellschaften unterliegen?

    4. "Von Generation zu Generation" (Prof. Dr. Martin Kohli; Nicole Schmiade, Dipl.Soz.; Isabell Stamm, M.A.)
    Der Nachfolgeprozess in Familienunternehmen ist Kernthema des soziologischen Teilprojekts. Drei Branchen werden in Deutschland und Italien mittel quantitativer und qualitativer Analysen verglichen: verarbeitendes Gewerbe, Konsumgüterproduktion und Dienstleistungen.

    5. "Literarische Verschiebungen demographischer Diskurse" (Dr. Jörg Thomas Richter)
    Intergenerationalität als literarische Konfiguration in amerikanischen Erzähltexten der Moderne und Gegenwart.

    Assoziiert: "Literarische Verschiebungen demographischer Diskurse" (Prof. Dr. Ulrike Vedder)
    Der deutschsprachige Generationenroman der Gegenwart steht im Zentrum des literaturwissenschaftlichen Teilprojekts. Wie werden demographische Diskurse und Generationenkonflikte inszeniert? Untersucht wird ein Textkorpus von 30 Romanen.

    6. "Genealogische Perspektiven zu Bioethik und Biodemographie" (Prof. Dr. Dr. h.c. Sigrid Weigel)
    Das Teilprojekt beleuchtet intergenerationelle und intersubjektive Aspekte bioethischer und biodemographischer Fragen. Dies betrifft die Verfassung der menschlichen Kultur als Genealogie: als Übertragungs-, Überlieferungs- und Vererbungsgeschehen in der Abfolge der Generationen.

  5. V. Literaturverzeichnis


    Einen PrePrint (55 Seiten) zu dem Forschungsprojekt mit Informationen über dessen Zielsetzung erhalten Sie über
    Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Projekt Generationen, Schützenstr. 18, 10117 Berlin.
    Bitte legen Sie einen adressierten und ausreichend frankierten DIN A5-Umschlag bei (Inland: 1,45 €)!

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Letzte Änderung: 25.09.2007 - Feedback